Von der Raupe zum Schmetterling, vom Mensch zur Seele!

 

Ein kleines Ei, aus dem eine Larve das Licht der Welt erblickt. Das Umfeld hilft kräftig mit, damit sie sich in ihrer neuen Umgebung gut zurechtfindet, und erklärt: "Du bist eine Raupe." Sie lernt, übernimmt, identifiziert und lebt das Leben als Raupe zu 100%. Fressen und sich häuten, wenn das Kleid zu eng wird, gehört zu ihrem Alltag, der ihre volle Aufmerksamkeit lenkt.

 

Bis die Raupe eines Tages nicht mehr zurückkehrt. Nur leere, alte Hüllen, die an den Ästen der Bäume hängen, bleiben zurück. Doch eine Raupe soll einmal beobachtet haben, dass aus einer solchen Hülle ein seltsames Wesen entflogen ist, was eher für Aufruhr und Schrecken unter den anderen Raupen sorgte. Gleichzeitig bildet es jedoch auch den Nährboden für spektakuläre Geschichten und zeigt die Interpretationsfähigkeit der Raupen.

 

Eine Raupe häutet sich bis zu sieben Mal, um weiter wachsen zu können. Sie durchläuft verschiedene Entwicklungsstadien, die alle von der Natur vorgegeben sind. Ist die letzte Häutung geschafft, steht sie vor einer gewaltigen Herausforderung. Vieles ergibt keinen Sinn mehr. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und das Gefühl, nicht mehr in der bisherigen Art weiterleben zu wollen, lassen eine unangenehme Leere und eine unerklärliche Sehnsucht nach Veränderung entstehen. Dieser Drang treibt sie an, sich zurückzuziehen, was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint. Sie spürt, dass etwas zu Ende geht, kann es jedoch nicht in Worte fassen, da die Erfahrung fehlt. Andere Raupen wollen sie aufmuntern, aufpäppeln, doch es scheint nichts so richtig zu helfen.

 

Die Außenwelt verliert ihren Reiz, das Bedürfnis, etwas zu erschaffen oder zu verändern, nimmt ab, als würde alles neu bewertet werden müssen. Ähnlich wie bei einem sterbenden Menschen, der seinen Tod akzeptiert hat. Doch dies ist eine Vorbereitung auf etwas, das noch nicht greifbar ist. Der Fokus wird auf die innere Welt gerichtet, und die Raupe tritt eine der spannendsten Reisen ihres Lebens an, sie erlebt ihre Blaupause.

 

Das Umfeld mag diesen scheinbar unnatürlichen Weg nicht verstehen, da jeder an einem anderen Punkt der Entwicklung steht. Doch die Raupe folgt einem inneren Impuls, weil er sich paradoxerweise richtig anfühlt. Sie spinnt sich in einen schützenden Kokon ein, der ihr vorübergehend während dieser tiefgreifenden Transformation Schutz und Halt bietet. Das Umfeld und die gewohnte Umgebung weichen nun immer mehr und mehr. Die Raupe und ihr Bewusstsein sterben langsam – alles, was ihre damalige Existenz ausmachte, alles, was sie über sich lernte, erlebte und vertrat, löst sich allmählich auf.

 

Es fühlt sich eng an, Ängste tauchen auf, Zweifel, sogar Panik, es geht wirklich ums wahre Sterben. Es ist unangenehm und anstrengend, da immer noch alte Teile es nicht akzeptieren können und an dem Raupen-Dasein festhalten. Es wird heiß, da die Form einfach nicht mehr passt. Die Raupe zersetzt sich bis auf nur zwei Zellen, sie geht bis zu ihrem Ursprung und lässt immer mehr los. Reines Bewusstsein durchdringt den Kokon und begleitet diesen Prozess, als würde ein neuer Bauplan aktiviert werden und nur noch das übrig bleiben, was die Raupe wirklich ist. Gleichsam unserer Epigenetik, die die Beeinflussung unserer DNA beschreibt. Langsam verändert sich die Form, Ansätze von Flügeln, neuen Farben und Informationen fluten den Kokon.

 

Da geht etwas auf, Helligkeit durchdringt den Kokon, eine neue Umgebung wird sichtbar, nein, es ist eine neue Perspektive. Der Schmetterling ist geboren und die Raupe weiß nun, was sie ist, warum sie ist, und alles ergibt endlich einen Sinn. Der Perspektivenwechsel erscheint nicht mal neu oder fremd, ganz im Gegenteil, er fühlt sich natürlich und leicht an. Das Fliegen hat er nicht erlernt; durch die Intuition ist es ganz leicht, zu vertrauen, seine Flügel auszubreiten und zu fliegen. Freiheit. Der Schmetterling war schon immer in der Raupe angelegt, nur war das mit dem Raupenbewusstsein nicht zu erfassen. Ohne die Entwicklungsstadien der Raupe wäre er auch nie ein Schmetterling geworden. Erst das Sterben ermöglichte es, Gelerntes und Übernommenes zu hinterfragen und der Mut, in diesen Prozess einzusteigen, ließ ihn zum Schmetterling werden.

 

Von der Raupe zum Schmetterling, vom Menschen zur Seele!

 

Hallo,

ich bin Jenny

 

Die Metapher vom Weg der Raupe zum Schmetterling nehme ich gerne auf. Ja, das spiegelt mein Leben ziemlich genau wider. Das, wonach ich mein Leben lang suchte, vermisste und liebte, fand ich letztlich. Ich suchte nur mein Leben lang an der falschen Stelle, so wie es mir beigebracht wurde. Doch Liebe ist überall, um mich herum, in mir und in jedem Lebewesen. Diese bedingungslose Liebe, diese herrliche Weite und das harmonische Zusammenspiel von Allem, überwältigte mich. Ich fand diesen Teil erst, als ich aufgab, starb und mich etwas unerklärlichem hingab. In diesem Moment wurde ich zu dem, was ich vermisste – meiner Seele. Vollkommen, ganz, heil, ruhend, liebend, harmonisch, friedlich ist sie, das, wonach mein Geist immer suchte. Sie besitzt keine Form, kein Alter, kein Geschlecht, keine Nationalität, sie ist pures Sein. Erst durch das geistige Sterben, das Ablegen von Überzeugungen, die einem angelernten Konstrukt ähneln, erkannte ich, mehr als das zu sein, was man mir beigebracht hatte.

 

In diesem außergewöhnlichen Prozess suchte ich Hilfe und Antworten zunächst im Außen, wie ich es gewohnt war. Eine Nahtoderfahrung ist jedoch stets sehr subjektiv und individuell. Obwohl wir vielen Menschen vertrauen, kennt uns niemand besser als unsere eigene Seele. Vielleicht sollten wir uns ihr öfter zuwenden. Die Seele ist der wissende Teil, nicht der, der glaubt; sie ist der vollkommene Teil, nicht der, der sucht. Sie ist unsere Ressource, nicht das Übernommene.

 

Wenn sie bewusst die Führung übernimmt, wird es nicht zwangsläufig einfacher. Die Seele scheut sich nicht vor Konflikten; sie zeigt uns das auf, was in uns geheilt werden muss. Nur weil wir Selbstliebe erfahren möchten, werden wir diese nicht einfach erhalten. Doch von unserer Seele bekommen wir die Möglichkeit, diese zu erfahren und alles, was dazwischen steht, aufzulösen. Für mich bedeutete das, den inneren Weg zu gehen, um wieder Vertrauen, Liebe und Harmonie in mir selbst zu finden. Als Menschen werden wir immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert, aber das Bewusstsein, auch die Seele zu sein, nahm mir die Angst vor dem Leben. Ja, ich werde wieder sterben, aber bitte voll bewusst, klar und orientiert. Das ist ein Leuchtfeuer, das mich nur in einen anderen Zustand versetzt – in meine wahre Natur!

 

Es ist nun klar, warum ich hier bin. Ich begleite Menschen auf ihrem Weg zur Seele. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, es gibt deinen Weg. Dafür bedarf es nicht unbedingt einer Nahtoderfahrung! Durch meine Arbeit wechsle ich in die Perspektive des Schmetterlings, um neutral, nicht wertend und ruhend bei dir zu sein, wie deine Seele.

 

Erkennst du, wer du wirklich bist, wirst du mir ins Gesicht lachen und kannst endlich frei sein!

 

Jenny Mehwald

Johann-Schmidt Str. 11a

86899 Landsberg

 

jennymehwald.de

mail@hypnose@jennymehwald.de 

Leitgedanke


Wir sind alle freie Schmetterlinge,

wir dürfen uns daran wieder erinnern und zum Ausdruck bringen.