Unsere liebgewonne Grande Dame, langjähriges und aktives Mitglied, ist auf die andere Seite, in die bedingungslose Liebe,

in das Licht und nach Hause geführt worden. Liebe Renate vielen herzlichen Dank für all das, was Du uns mitgegeben hast.

Du bleibst ein großes Vorbild für uns.


Sterbebild überreicht anläßlich der Bestattungsfeierlichkeit

 


 

MAN IST EIN TEIL VON ALLEM

Zur Erinnerung an Renate Brunner

Ich bin Renate zum ersten Mal beim Nahtodkongress in München begegnet, im November 2017, wo sie in einem Workshop von ihrer Nahtoderfahrung erzählte. Sie war krank und wusste, wie es um sie stand, und ich wusste es auch. Was ich nicht wusste, dass sie schon 81 Jahre alt war. Als ich es später erfuhr, wollte ich es nicht glauben. Sie wirkte so jugendlich, lebendig und präsent, obwohl sie wieder Bestrahlungen bekam und jeden Tag in die Klinik musste.

 


Workshop beim NTE-Kongress

Sie hatte Sorge, den Workshop nicht durchstehen zu können. Als es soweit war, wurde sie aber von einer solchen Welle von Licht, Leichtigkeit und Energie getragen, dass es schien, als erzähle sie nicht selbst, als formten sich die Worte und Erinnerungen vielmehr von alleine und strömten ohne Plan und Absicht aus ihr heraus.

 

 

 


Durch die Gruppe mutiger geworden

Einige Wochen später erschien sie als erste zu einem Gespräch im Studio und setzte sich ohne Umschweife und ohne jede Anspannung in das technische Setting, zwischen die Kameras, die Kabel und Lampen und die grüne Wand, die den Hintergrund des Interviews bildete. Sie machte keinerlei Aufhebens davon, sie saß schlicht und selbstverständlich da und sprach noch einmal in großer Dankbarkeit davon, welche Hilfe und Ermutigung sie durch die Münchner Nahtodgruppe erfahren hatte.  

 

 


Keine Angst vor dem Tod

Ich habe mich gefragt, woher diese Gelassenheit kam, und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass bei Renate jegliches persönliche Wollen, alle Absicht und jedes Eigeninteresse verschwunden war. Sie wollte nichts mehr für sich, die Person war in den Hintergrund getreten. Was sich nun zeigte, da es nichts mehr zu tun gab, war ein angstfreies, unverstelltes Wesen, ruhig, schlicht, klar, liebevoll und einfühlsam, vollkommen im Frieden mit sich selbst. Ihr einziges Anliegen war noch, über ihre Erfahrung zu sprechen und dazu beizutragen, auch andern die Angst vor dem Tod zu nehmen.

 

 



Das Kind am Fenster

Im Studio bemerkte sie ein Bild an der Wand, das ich vor Jahren gezeichnet hatte, den Beginn einer Geschichte. Ein Junge steht am Fenster, als ein Sessel vorbeischwebt, ein kleiner goldener Thron. Was wird der Junge machen: Geht er zurück zum Tisch zu seinen Hausaufgaben oder steigt er ein und fliegt davon?


Ich seh' das Licht

Renate sah das Bild und rief voller Entzücken aus: Wie schön! Das Kind schaut ins Licht! - Ich traute meinen Ohren kaum: Renate hatte nicht den Sessel wahrgenommen, sondern Licht. Nicht das Ding, nicht die Materie, sondern pure Energie. Sie hatte nicht mit den Augen gesehen, sondern mit dem Herzen.

 

 

 


Loslassen lernen

Ich empfinde eine große Dankbarkeit für diese schöne Schulung im Sehen, für unser Gespräch und Renates tröstliche Worte. Sie sind Zeugnis und Vermächtnis, vom Ursprung hereingesprochen in unsere Welt. Nicht nur, was sie sagt, auch wie sie es sagt, rührt zutiefst an – warm, herzlich, milde, ernst und heiter zugleich, mit großen blitzenden Augen wie ein Kind, das uns noch etwas ans Herz legen möchte, das Schönste und Größte, woran wir einander erinnern können: die absolute Gewissheit, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern Übergang und Neubeginn.

 

Text und Videos: Franz Deubzer / www.argusfilm.de

 



 Unser Leitspruch

Die NahTodErfahrung  war für mich ein heiliger Moment,

wenn ich auch dieses Wort nicht gerne mag,

aber ich finde kein besseres dafür.

Renate Brunner